Die Verpackung erfüllt bei einem Produkt viele Funktionen – sie sichert es für den Transport, sie soll auf das Produkt aufmerksam machen, sie ist evtl. nötig für eine bessere Stapelbarkeit. Oder sie gibt Auskunft über den Inhalt. Sonst kauft man am Ende noch Salz, wenn man eigentlich Zucker wollte …

Eine Verpackung hat ihren Zweck dann erfüllt, wenn das Produkt gut transportiert, erfolgreich gekauft und verbraucht ist.
In vielen Fällen, wie hier bei der Dose, ist sie also nötig.

Jedoch ist es heute wichtiger denn je, dafür zu sorgen, dass die Verpackung unter ökologischen Gesichtspunkten vertretbar ist. Beispiel: Eine große und bekannte Agentur aus Deutschland hatte die Aufgabe, einen neue und auffällige Verpackung für eine hochprozentige Spirituose zu kreieren. Sie sollte vor allem in den Regalen der Duty Free-Shops besser auffallen. Die Idee: die mit Folie veredelte Pappverpackung bekam kleine Glühbirnchen und eine Batterien inklusive einem Bewegungsmelder eingearbeitet. Nähert sich ein potentieller Käufer dem Regal, dann fängt die Verpackung bunt zu blinken an. Die Verkaufszahlen gingen in die Höhe – also Aufgabe vermeintlich erfolgreich erfüllt. Aus unserer – nachhaltigen – Sicht ist diese Verpackung jedoch ein Desaster. Denn neben der Tatsache, dass Papier, das mit Folie veredelt wurde, nur schwer bis gar nicht recycelt werden kann, sind sowohl Glühbirnen als auch Batterien unter ökologischen und Cradle-to-Cradle-Gesichtspunkten ein absolutes „no go“. Kein Kunde trennt die Materialien so, dass irgendetwas von der Verpackung wiederverwendet werden kann.

Unsere Tipps für eine nachhaltige Verpackung – an alle Produzenten:

  • Weniger ist mehr! Setzen Sie nur die Verpackung ein, die wirklich gebraucht wird. Ein Absolutes no go sind mehrschichtige Verpackungen, die keinem Zweck dienen. Gerade in der Kosmetik-Branche gibt es oft noch Plastikverpackungen, die Papierverpackungen umhüllen. Der Käufer achtet inzwischen immer mehr  auf diesen Aspekt!
  • Bei den verwendeten Materialien immer auf Umweltaspekte achten. Bevor man sich für eine Verpackung entscheidet, sollte überlegt werden, wie gut das verwendete Material recycelt, wiederverwendet oder wieder dem natürlichem Kreislauf  zugeführt werden kann.
  • Nicht nur das Verpackungsmaterial, auch das „Drumherum“ sollte ökologisch sein. Giftige Lacke, Glitzer, Metallverzierungen (oder die oben erwähnten Glühbirnchen samt Batterien) führen das beste Verpackungsmaterial ad absurdum.
  • Außerdem sollte man sich schon beim Design damit beschäftigen, ob der Kunde die Verpackung unter Umständen für einen anderen Zweck weiterverwenden kann. Wer sich hier schon jetzt Gedanken macht, hat nachhaltig gehandelt und zusätzlich noch eine tolle Möglichkeit, diesen Aspekt im Marketing des Produkts zu verwenden.

Unsere Tipps für eine nachhaltige Verpackung – an alle Verbraucher:

  • Bevorzugen Sie beim Einkauf Produkte mit möglichst wenig Verpackung oder keiner Verpackung. Sprechen Sie Händler aktiv darauf an, wenn zu viel oder unnötige Verpackung mitverkauft wird. Das bringt nicht nur ökologisch etwas. Sie sparen sich auch Zeit und Geld. Zeit, die Sie beim Rausbringen der mitgekauften unnützen Verpackung sparen. Geld, das Sie sich sparen, wenn Sie evtl. eine kleinere Mülltonne brauchen.
  • Wenn die Verpackung nicht für den Transport nach Hause benötigt wird, lassen Sie sie gleich im Laden. Je mehr Leute das tun, desto mehr Aufwand hat der Einzelhandel mit der Entsorgung. Der gibt seinen Ärger dann hoffentlich an den Hersteller weiter, da die Entsorgung den Händler dann Geld kostet. Und der Hersteller verzichtet dann hoffentlich auf die unnötige Verpackung.
  • Kann die Verpackung noch anderweitig verwendet werden?
    Leere Dosen und Gläser mit Deckel können sehr gut noch zur Aufbewahrung von Krimskrams verwendet werden.
    Schuhkartons eignen sich hervorragend, um (man glaubt es kaum) Schuhe oder anderes im Schrank aufzubewahren. Denn so können Sie mehrere Reihen Schuhe auf dem Schrankboden übereinander stapeln. Die Schuhe sind geschützt und Sie verwenden sonst nicht genutzten Platz sinnvoll.
    Die Pappverpackungen von Onlinebestellungen eignen sich hervorragend zum Basteln. Oder im Winter als“Schmutzmatte“ für nasse, dreckige Straßenschuhe.
  • Öfter mal unverpackte Lebensmittel z. B. in einem „Unverpackt“-Laden kaufen.
  • Kaufen Sie sich einen Brotbeutel und nehmen diesen zum Bäcker mit.
  • Besorgen sie sich Obst- und Gemüsenetze und nehmen diese bei jedem Einkauf mit.
  • Es gibt für Eier Boxen aus Kunststoff, mit denen man ein ganzes Leben lang Eier transportieren kann. Oder Sie verwenden den Eierkarton mehrfach.
  • Und nehmen Sie zum Einkauf Boxen mit Deckel mit, dann kann der Käse, die Wurst, das Fleisch oder sonstige Lebensmittel ohne Verpackung direkt in den Kühlschrank gebraucht werden. Es ist noch nicht in allen Bundesländern möglich, da Hygienevorschriften dies teilweise den Läden verbieten. Aber fragen kostet nichts … und wenn es in Ihrem Bundesland und in Ihrem Laden möglich ist, umso besser!