Abfall, Müll, Unrat, Ausschuss … es gibt viele Worte dafür. Abfall ist etwas, was keiner mehr haben will. Der Umgang damit – warum fällt er uns so schwer? Wenn man nach einem schönen Sommer-Wochenende in die Parks kommt, erschrickt man: Berge von Abfall der Griller, Feierer, Picknicker. Ist es denn so schwer, seinen Müll wieder mit nach Hause zu nehmen? Oder zumindest in geeignete, sprich dafür vorgesehenen Behältern zu entsorgen?

Sind wir ein Volk der „Bequemen“ geworden? Zuhause lassen wir die Verpackung des Eis am Stiel doch auch nicht einfach auf den Boden fallen! Warum glauben wir, dies sei bei einem Rockkonzert wie „Rock im Park“ legitim? Warum nehmen die Griller / Camper und andere ihren Müll nicht wieder mit nach Hause? Ja, sie haben Steuern oder gar Eintritt gezahlt. Aber deswegen haben sie nicht auch gleich noch das Hinterherräumen bezahlt.

Muss es wirklich ein Verbot, ein Gesetz mit drastischen Strafen bei Verstoß geben, damit der Abfall nicht mehr einfach auf den Boden geschmissen wird? Das gilt übrigens auch für die Zigaretten-Kippen, die so gern aus dem Autofenster geschnippt werden. Irgendwann kommt ja so wie so die Straßenreinigung, die ist dankbar, wenn sie was zum Saubermachen hat. Oder? Dass es zwischenzeitlich regnen kann, die Kippen beziehungsweise das giftige Nikotin in die Kanalisation und den Boden gespült wird … so weit denken die Zigarettenkippen-Entsorger augenscheinlich nicht.

Müllbeseitigung ist das Eine. Der beste Abfall ist aber der, der gar nicht entsteht. Als Synonym für Abfall spuckt das Lexikon „Ausschuss“ aus. Hersteller und Anbieter können sich aber überlegen, „ist das wirklich Ausschuss, kann man das gar nicht mehr gebrauchen, oder geht es als 2. Wahl noch?“. Ein gutes Beispiel dafür sind nicht ganz perfekte Gurken, Äpfel usw., die früher vernichtet wurden, heute kommen sie auch in den Handel. Denn schmecken tun sie genauso.

Nachhaltiges Marketing hilft Abfall vermeiden

Alte Karton-Verpackungen kommen beim Zero Hero, einem Unverpackt-Laden aus Nürnberg, nicht ins Altpapier, sondern werden  zurechtgeschnitten und bestempelt. So entstehen Werbeflyer für den Laden.

Bei der Neukunden-Gewinnung ist es intelligenter, Mailings gezielt zu versenden. Dabei hilft es, sich über seinen genauen Zielkunden klar zu werden. Texte, die genau für diesen Kunden geschrieben werden, und eine intelligente und gezielte Adress-Selektion helfen dabei Abfall zu vermeiden.

So flatterte aktuell privat ein Katalog von OTTO ins Haus (und nein, man ist dort nicht Kunde. Und hat auch kein Interesse, dort zu bestellen).
Warum der Katalog nicht einfach im Altpapier landete, sondern hier im Blog als Negativ-Beispiel vorgestellt wird: er kam nicht einmal. Sondern zweimal, also im Doppelpack. Warum? Ganz einfach, weil der Herr und die Dame des Hauses unterschiedliche Nachnamen haben. Hätte OTTO sinnvolles Marketing gemacht, hätten sie ein Adress-Prüfungstool über den Adressbestand laufen zu lassen, das kann solche Dopplungen aussschließen. Erstens wäre dadurch weniger Ressourcen, also Papier, Druckfarbe usw. verschwendet worden – die Umwelt hätte gedankt. Zweitens hätte OTTO gespart: Produktions- und Portokosten. Drittens müssten wir uns nicht über diese sinnlose Abfallproduktion ärgern, und hätten eventuell doch mal in den Katalog geschaut. Also leider kein Neugeschäft für OTTO aus dieser – sicher nicht preiswerten – Marketingaktion.

Bei Visitenkarten beispielweise kann man nicht nur auf die Recyclingfähigkeit des Papiers achten, sondern noch einen Schritt weitergehen: die Visitenkarten von media4nature sind zu 100 % kompostierbar. So wird ein Werbemittel, wenn es nicht mehr im eigentlich Sinn genutzt wird, zu Dünger. Und und fügt sich damit in den Kreislauf des Lebens ein.