Klimaanlagen an einer AußenwandDie heißen Wochen des Jahres haben begonnen. Viele Menschen, die sich lange Zeit auf Sommer, Sonne, Hitze gefreut haben, stöhnen nun unter der Wärme. Und selbst solche, die auf Klimaschutz Wert legen, werfen jetzt die Klimaanlage oder ein mobiles Klimagerät an. Anlass für uns, diese Teile mal unter Stromverbrauchs- und CO2-Aspekten zu betrachten.

Pro Kubikmeter zu kühlenden Raum benötigt man durchschnittlich 30 Watt Leistung. Ein Zimmer mit 20 Quadratmetern Fläche und einer Raumhöhe von 2,50 Meter braucht also ein Klimagerät mit 1.500 Watt Leistung. Je nachdem, wie viele Stunden das Gerät läuft, verbraucht man Strom. Sind es 10 Stunden am Tag, an circa 60 heißen Tagen im Sommer, dann macht das 900 Kilowattstunden (kWh). Nach Angaben des Bundesumweltamtes beträgt die CO2-Emission pro kWh ca. 470 Gramm. Damit wird die CO2-Bilanz durch dieses eine Klimagerät, diesen einen gekühlten Raum mit 423.000 Kilogramm CO2 belastet. 423 Tonnen!

Klimaanlagen könnten durch Umrüstung CO2 „einsaugen“

Der technische Fortschritt macht es möglich: durch eine „Direct Air Capture“-Lösung könnten Klimaanlagen so umgerüstet werden, dass sie Luft ansaugen und das enthaltene CO2 herausfiltern. Das so „gewonnene“ CO2 kann dann laut den Forschern zur Synthese von Wasserstoff oder für alternative Kraftstoffe genutzt werden. Durchgerechnet wurde das Ganze für den Frankfurter Messeturm, Supermärkte und auch Mehrfamilienhäuser – es würde sich rentieren. Erste Testanlagen gibt es schon in Island und in der Schweiz. Ein Ansatz, der auf jeden Fall weiterentwickelt werden sollte. Bevor dieses Verfahren aber massentauglich ist, kann man sich auch anders behelfen.

Kühlen ohne CO2-Belastung

Die Wohnung, das Büro oder das Auto kann man auch mit natürlichen Mitteln an warmen Tagen kühl halten. Mal ganz abgesehen davon, dass es für den Körper von Mensch (und Haustier) eine große Belastung ist, mit einem zu großen Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen fertig zu werden …Klimageräte: klimafreundliche Alternativen

  • Morgens lüften, wenn es noch kühl ist. Am besten mit Durchzug.
  • Fenster und Türen verschließen. So kann keine heiße Luft herein. Tagsüber nur ganz kurz mit Durchzug lüften, damit kein subtropisches Klima entsteht.
  • Dann heißt es: Jalousien, Rollos oder Rollläden herablassen. Vor allem direkte Sonneneinstrahlung, aber ab nachmittags auch die warme Luft direkt an der Scheibe erhitzen den dahinter liegenden Raum.
  • Handtücher oder dünne Baumwolltücher feucht machen und aufhängen. Durch die Verdunstung entsteht Kühle.
  • Einen ähnlichen Effekt haben aufgestellte gefüllte Wasserschalen.
  • Nicht benötigte Elektrogeräte ausschalten. Auch nicht im Standby-Modus belassen, sondern ganz aus.
  • Pflanzen vor den Fenstern werfen Schatten und schirmen ein wenig vor der Wärme ab.
  • Im Auto: vor dem Losfahren beide Vordertüren aufmachen, und eine davon mindestens 10mal fast zu- und wieder aufmachen – dieses „Wedeln“ sieht zwar komisch aus, scheucht aber die heiße Luft im Blitzverfahren aus dem Wagen!
  • Bilder mit Schnee, Eis, kühlem Wasser, blauer Farbe betrachten. Das erzeugt im Hirn einen gewissen Frösteleffekt ….