Fridays for Future, Klimaschutz, Nachhaltigkeit – das sind Themen, die in den letzten Monaten die Schlagzeilen beherrscht haben. Das verstärkt leider auch einen sehr unschönen Trend, nämlich Green Washing. Das „wir sind ja so grün und nachhaltig“ wird als Werbeaussage für Unternehmen inzwischen zum Massenphänomen.

Begonnen hatte es mit dem Erfolg des Volksbegehrens Artenvielfalt hier in Bayern. Auf einmal wollte jeder etwas Gutes für Insekten tun, allen voran natürlich für die Bienen. Flugs werden Werbekampagnen entwickelt, die manchmal doch etwas seltsame Kombinationen hervorbringen. Nutella verschenkt für kurze Zeit im Deckel der Nutella-Gläser Blumensamen für Blühwiesen. Eigentlich sehr nette Idee. Nur – weniger Palmöl und die Abschaffung der 15-Gramm-Portionspackung wären echte ökologische Vorteile. Für uns klarer Fall von Green Washing.

In den letzten Tagen häuften sich dann die Newsletter, in denen Unternehmen zeigten, wie nachhaltig sie agieren. KLM (Fluglinie), 1&1 (Telekommunikation) und Südwest-Versand (Sport- und Outdoorbekleidung) haben wir beispielsweise mit diesem Schwerpunkt erhalten. Tchibos aktuelles Wochenangebot (Anfang Juni) will im TV ebenso mit dem Argument „alles nachhaltig“ punkten. Ob ein Anbieter nachhaltig agiert, scheint nun das neue Marketing-Argument zu sein.

Grundsätzlich ja eine gute Entwicklung, wenn sie denn wirklich nachhaltig wäre (Entschuldigung für das doch sehr naheliegende Wortspiel!). Damit meinen wir, dass ein Unternehmen dabei auch glaubwürdig sein muss. Nutella / Ferrero ist es nicht. Auch Heinz Ketchup ist es nicht … sie werben damit, dass sie schon seit Firmengründung nachhaltig agiert hätten, weil sie das Ketchup in Glasflaschen anbieten. Damals, ja. Heute, nein. Plastikflaschen.

Auch Werbeagenturen springen auf diesen „Nachhaltigkeits“-Trend auf. Waren wir viele Jahre lang die einzige nachhaltige Werbeagentur im Nürnberger Raum, so haben jetzt viele Agenturen nachgezogen und bezeichnen sich auf ihrer Website als „nachhaltig“. Ob sie es dann sind, können wir nicht beurteilen. Ebenso wenig, ob sie als „Neuberufene“ gut zu den Themen Ökologie, Fairness, Ethik beraten können. Wir wissen nur:

Nachhaltigkeit. Alle reden auf einmal darüber. Wir leben sie. Seit 2007.